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Optimisten-Boogie 4 CDs, Peter Alexander
Optimisten-Boogie 4 CDs, Peter Alexander


649 937    Peter Alexander


Optimisten-Boogie 4 CDs


Ich küsse Ihre Hand, Madame, Bella, bella donna, Sag es mit Musik, Sag beim Abschied leise Servus, Jambalaya, Optimisten-Boogie u.v.a. seiner großen Erfolge. Mit bebildertem Begleitheft, das in die CD Schmuckhülle eingebunden ist.


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Weitere Titel von Peter Alexander

Weitere Informationen
CD 1

1. Verliebte Musik (Iglhoff/Balz) 2.50
2. Ich küsse Ihre Hand, Madame (Erwin/Rotter) 2.58
3. Der alte Liebesbrief (Loube/Petrak/Wehlisch) 2.50
4. Ich lade Dich ein in die kleine Taverne (Llossas/Schwabach) 3.01
5. Ich hab’ nach Dir soviel Heimweh (Gaze/Rotter) 2.46
6. Bella, Bella Donna (Winkler/Feltz) 3.16
7. Wenn ich Dich seh’ (Schulz-Reichel/Beckmann) 2.40
8. Weil Du schön bist (Phillip/Doll) 3.02
9. So ein kleines bißchen Liebe (Steinfeld/Heiden) 2.34
10. Braucht Dein Herz keinen Freund (Schelling/Hochmuth/Werner) 3.00
11. Ich lieb’ Dich so wie Du bist (Heisterkamp/Hoff) 3.06
12. Du bist die Richtige (Gaze/von Pinelli) 2.59
13. Ich hab’ vor’m Küssen immer Lampenfieber (Halletz/von Pinelli) 3.19
14. Addio, Donna Grazia (Rust) 3.02
15. Es war in Napoli vor vielen, vielen Jahren (Panzeri/Ripa/Feltz) 3.12

Gesamtspielzeit: 44.43


CD 2

1. Die alte Kuckucksuhr (Jary/Balz) mit Ernie Bieler 3.06
2. Es liegt was in der Luft (Jary/Balz) mit Ernie Bieler 3.15
3. Monika (Siegel) mit dem Sanguiniker Quartett 3.01
4. Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein (Harden/Hoff) mit Ernie Bieler 2.20
5. Kokettier’ nicht mit mir (Halletz/Werner) mit Ernie Bieler 2.56
6. Keine Angst vor großen Tieren (Jary/Siegel) mit Ernie Bieler 2.46
7. Ach, hätt’ ich das Gefühl noch mal (Arnie/Lach) mit Ernie Bieler 2.55
8. Immer wieder Du (Gaze/Balz) mit Ernie Bieler 2.54
9. Komm mit nach Palermo (Scharfenberger/Sixt) 2.27
10. Angelina, Angelina (Iglhoff/Meder) 3.07
11. Groß kann sie sein, klein kann sie sein (Bazant/Hochmuth/Werner) mit Ernie Bieler 2.34
12. Mädel, wenn es Nacht wird (Harden/Hoff) mit Rudi Hofstetter 2.19
13. Jede Frau in Bogota (Lang/Meder) 3.01
14. Schlagerpotpourri 4.09
Zwei Matrosen, Schützenliesl, Frauen und Wein, In der Cafeteria von Milano
(Winkler/Feltz/Lang/Meder/Jussenhoven/Sixt/Hasselbach)
15. Es ist ein Abschied nur für für heut’ (Zillner/Werner) 2.59

Gesamtspielzeit: 43.59


CD 3

1. Sag’ es mit Musik (Bicher/Sills) 2.43
2. Im weißen, weißen Schnee (Gaze/Feltz) mit Gretl Schörg 2.45
3. Tabak und Rum (Blake/Heinzli) mit Peter Christian 2.39
4. Bumms (Arnie/Lach) 3.03
5. Es war das letzte Mal (Carste/Balz) 2.47
6. La Bella Musica (Fontenoy/Werner) 2.58
7. Weinlied (Eysler/Brammer/Grünwald) 1.53
8. Das machen nur die Beine von Dolores (Jary/Balz) 3.04
9. Fahr’ auf dem Zigeunerwagen (Mattes/von Pinelli) 2.53
10. Was versteht denn ein Cowboy von Liebe (Jary/Balz) mit den Hallelujas 3.19
11. Bolero (Jary/Balz) 3.14
12. Santa Fe (Jary/Balz) 2.07
13. Pony-Serenade (Olias/Woezel) mit Leila Negra 3.16
14. Die süßesten Früchte (Mascheroni/Feltz) mit Leila Negra 2.30
15. Die Panne mit Susanne (Jary/Balz) 2.26

Gesamtspielzeit: 41.47


CD 4

1. Eine Frau wie Dich vergißt man nicht (Jary/Balz) mit den Hallelujas 2.42
2. Vis-A-Vis, Cher Ami (Jary/Balz) mit Ernie Bieler 2.40
3. Ich finde Dich (Olias/Mösser) mit Hannelore Bollmann 3.05
4. Ach, Herr Kuhn (Jary/Balz) mit Evelyn Künneke 3.01
5. Ich weiß, was Du Dir denkst (Rotter) 2.50
6. Greif’ nicht nach den Sternen

Peter Alexander


Peter Alexander ist ein König. „Er ist der König des Fernsehens, der König der Platten, der König der Tourneen“, schwärmt sein Biograph Peter Balz. Eine Umfrage beweist Peter Alexanders Starqualitäten: Im Jahre 1972 hat er einen Bekanntheitsgrad von 97 Prozent. Er sei bekannter als der Bundeskanzler und alle Automarken, schreibt Balz weiter. Was ist sein Geheimnis? Lassen wir einen Kritiker zu Wort kommen: „Peter verfügt [...] über eine bezaubernde Natürlichkeit. Bei ihm gibt es nichts Verkrampftes oder Gemachtes. Er ist ein Star, ohne sich dessen auch nur einen Moment bewusst zu sein.“ Er hat Hunderte von Singles und Langspielplatten mit fast 1400 Liedern aufgenommen, mit denen er oft in den Hitparaden ganz oben mitgemischt hat. Beliebt wie er sind auch seine Duettpartner: Caterina Valente, Bibi Johns, Mireille Mathieu, Bill Ramsey etc. In mehr als 40 Filmen kann man ihn sehen, meistens als singender Sonnyboy und meistens unter der Regie des berühmten Géza von Cziffra. Peter Alexanders ganz besondere Stärke liegt darin, sich an verschiedene musikalische Genres heranzutrauen, die er dann absolut stilecht interpretiert. Ob Schlager oder Operette, Musical oder Wienerlied, Böhmisches, internationale Hits oder auch mal Klassik – der Peter, er kann’s, und das Publikum weiß das. Als er 1969 seine erste Deutschlandtournee unternimmt, singt er sofort in ausverkauften Hallen. Die Vielfalt seines Könnens hat er bis dahin in eigenen Fernsehsendungen bewiesen: „Spaziergänge in Wien“ (1963), „Spaziergänge durch das Land der Operette“ (1964), „Spaziergang durch das Land des Films“ (1966) und „Ein Wiener in Paris“ (1966). 1969 vertraut das ZDF ihm dann seine eigene große Show an, die er zum Renner macht. Es folgt die Showreihe „Peter Alexander präsentiert Spezialitäten“, mit der er es auf Einschaltquoten von bis zu 79 Prozent bringt und damit alle Rekorde im deutschen Fernsehen bricht. „Wir gratulieren“ heißt die Sendung später (1979-1985), die eine unschlagbare Mischung aus viel Musik, Sketchen, Parodien und Peters Wiener Charme ist. So gut wie jeder, der Rang und Namen hat, ist in Peter Alexanders Sendungen aufgetreten, und auch er selbst war bei Showkollegen wie Caterina Valente, Peter Frankenfeld oder Hans Rosenthal ein gern gesehener Gast. Rang und Namen haben auch diejenigen, die er in seinen berühmten Parodien aufs Korn nimmt, nicht nur Hans Moser, Robert Lembke („Was bin ich“) oder Boris Becker, sondern gleich das gesamte britische Königshaus. Und Millionen sind gerührt, als er – nach langer Abwesenheit vom Bildschirm – im Januar 2005 dem „Traumschiff“-Produzenten Wolfgang Rademann per Videobotschaft Grüße zum 70. Geburtstag übermittelt. Peter Alexander ist ein wichtiger Gratulant, denn mit ihm produzierte Rademann 1969 die erste „Peter-Alexander-Show“, den absoluten Straßenfeger des deutschen Fernsehens. Das war ein Phänomen, denn es ist die Ära des Rock und Pop, in der viele Vertreter der weichen Welle im Musikgeschäft nicht mehr bestehen können. Für „Peter den Großen“ hingegen bricht da erst die Zeit der ganz großen Erfolge an. Vom „Otto“, dem Preis der Jugendzeitschrift „Bravo“, bis zum Bambi, von der Goldenen Kamera bis zur Goldenen Europa reichen die Auszeichnungen.

Kein Wiener Sängerknabe
Als Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumeyer am 30. Juni 1926 in der Wiener Privatklinik Rudolfiner-Haus zur Welt kommt, ist seine Mutter Berta in großer Sorge. Aber nicht um ihren gerade geborenen Sohn, der ist pumperlgesund. Nein, sie vermisst ihren Mann, der längst an ihrem Bett stehen wollte. Er erscheint erst am späten Abend und hat eine schlechte Nachricht. Die Bank, in der er als Kassierer gearbeitet hat, ist an diesem Tag bankrott gegangen. Anton Neumeyer ist ein Mann aus gutem Haus, eine elegante Erscheinung voller Energie, die Peters Mutter (geborene Wenzlick) vom ersten Moment an fasziniert. Sie ist gerade mit der Straßenbahn in Wien unterwegs, als er mitten in der Fahrt auf die Plattform springt und ihr frech in die Augen schaut. Bis in ein Strandbad verfolgt der attraktive Unbekannte die bereits entflammte Berta, um sie dann auf ein Eis einzuladen. Berta ist die Tochter eines Musikalienhändlers aus Pilsen (im heutigen Tschechien) und wächst gemeinsam mit sieben Brüdern in relativem Wohlstand auf. Ihr größtes Glück ist es, zu Konzerten und Opernaufführungen nach Wien zu fahren. Der kleine Peter wächst in der Wiener Sechsschimmelgasse auf, im gutbürgerlichen Umfeld des 9. Bezirks. Mit der Musik kommt er vermutlich zunächst im Geschäft seines Großvaters in Berührung, mit den Wiener Sängerknaben, die den begabten Fünfjährigen Peter gern als stimmkräftige Verstärkung haben wollen, hat er jedoch nichts am Hut. Die Musik Richard Wagners ist es, die es ihm angetan hat und deren Arien er schon früh durch die elterliche Wohnung schmettert. Seine Mutter hat übrigens immer steif und fest behauptet, dass er bereits mit vier Woche singen konnte. Na ja... Neben der Singerei liebt er das Klavierspielen, das er sich mit zehn Jahren selbst beibringt. Früh zeigt sich auch sein parodistisches Talent, das ihm später in der Schule nicht nur viele Lacher, sondern auch jede Menge Ärger einbringen soll. Als die Eltern zwei Jahre nach Peters Geburt auf verspäteter Hochzeitsreise sind – quer durch Deutschland und Holland – verbringt Peter die Zeit bei seinen Großeltern in Pilsen. Die musikalische Atmosphäre dort gefällt ihm sehr. Und der Großvater besitzt etwas sehr Kostbares: Schellackplatten. Clever, wie der Opa ist, nutzt er die damals brandneue Erfindung, um auf sein großes Musikaliengeschäft aufmerksam zu machen. Jeden Abend richtet er den Trichter des Grammophons auf die Klattauer Straße, wo sich bereits ein großer Pulk neugieriger Menschen versammelt hat, in Erwartung der Klänge, die da gleich erschallen sollen. Währenddessen sitzt Peter in seiner Karre und lauscht verzückt, vor allem, wenn der große Wagner erklingt. Aber behagliche Momente wie diese erfährt er in seiner Kindheit nur selten. „Wenn in Pilsen zufriedene Gelassenheit, Freude und Lebenslust vorherrschte, so umgab die Familie des Vaters eine Aura pedantischer Strenge. Und diesen erbarmungslosen Erziehungsstil bekam Peter Alexander häufig zu spüren“, schreibt sein Biograph Peter Balz. Der Vater ist ein aufrechter, redlicher Mensch, gleichzeitig aber sehr aufbrausend. Peter fürchtet die Momente, in denen der Vater mit erhobener Hand auf ihn zustürmt. „Er hat den Buben öfters windelweich geprügelt, sein Zorn war manchmal fürchterlich“, bekennt die Mutter später. Einmal liefert der Vater eine Erklärung für sein Tun. Er erkenne sich in seinem Sohn wieder, dreist und faul, das bereue man im späteren Leben. Tatsächlich ist Peter rotzfrech und lässt keine Gelegenheit aus, sich ordentlich zu raufen. Gefürchtet ist auch seine Direktheit. Nachdem eine ältere Tante sich bei einem Hauskonzert mit ihrem wenig entzückenden Sopran durch mehrere Lieder gequält hat, sagt Peter, gerade mal sechs Jahre alt: „Jetzt bist du sicher froh, dass du fertig bist. Aber wir sind auch froh.“ In diesem jungen Alter ist er längst der Musik Richard Wagners „verfallen“ (wie er es nennt). Bereits mit fünf Jahren, in der einen Hand ein von seinem Großvater geschnitztes Holzschwert, schmettert er die „Gralserzählung“ aus „Lohengrin“ – fehlerfrei. Bis heute weiß keiner, wie der Chorleiter der Wiener Sängerknaben von Peters toller Stimme erfahren hat, jedenfalls klingelt er eines Tages bei Neumayers an der Tür. Peters Vater ist begeistert vom Angebot des Besuchers, seinen Sohn in den Chor aufzunehmen, denn das würde das aufmüpfige Bürschchen zur Raison bringen. Dazu muss man wissen, was es bedeutete, ein Wiener Sängerknabe zu sein. Die Jungen mussten ständig in der Weltgeschichte herumfahren, kasernenartig wohnen und eine wenig schicke, kratzige Uniform tragen. Kein Wunder, dass Peter diese Aussichten nicht verlockend findet. Um dies kundzutun, bedient er sich seiner vielfach bewährten „Waffe“: Er bricht in ein ohrenbetäubendes Geheul aus. Damit ist die Sache erledigt, Peter hat seinen Willen durchgesetzt. Bei seiner Mutter baut er eher auf seinen Charme. „Es gibt wohl nichts, was Peter nicht angestellt hat“, erzählt sie einmal einem Zeitungsreporter. Aber wenn sie ihrem Sohn Vorhaltungen macht, schneidet er eine Grimasse und macht Faxen, so dass sie nicht mehr ernst bleiben kann. Lachen müssen auch seine Mitschüler über ihn – auf Kosten der Lehrer, die sich bei den Eltern häufig darüber beschweren, dass er nicht nur faul und desinteressiert ist, sondern obendrein auch noch unglaublich frech. Er kann nicht nur die Stimme eines Lehrers täuschend echt imitieren, sondern auch dessen Gestik und Mimik. Auf Besserung hofft man, als er – übrigens ohne Schwierigkeiten – die Aufnahmeprüfung zum Humanistischen Gymnasium schafft. Gute Noten bekommt er dort aber nur in seinen Lieblingsfächern Musik, Latein und Turnen, und ein Raufbold bleibt er auch. Er verletzt sich sogar eines Tages beim Indianerspielen so sehr, dass sein linkes Auge aus der Höhle tritt. Aber noch bevor seine geschockte Mutter mit ihm beim Arzt ankommt, haben sich die Bänder gestrafft, und der Augapfel sitzt wieder da, wo er hingehört.
Mit fünfzehn Jahren meldet er sich auf eine Anzeige, in der die Volksoper in der Währingerstraße stimmkräftige Komparsen sucht. Bereits einsachtzig groß und mit einer großartigen Erwachsenenstimme ausgestattet, wird er nach kurzem Vorsingen genommen. Mehrere Abend pro Woche muss er nun auf der schummrigen Bühne, Volk, Bauern oder Soldaten mimen und findet es fantastisch. Diese Zeit als Chorsänger in „Land des Lächelns“ oder „Lohengrin“ wird für ihn ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Und die Schillinge, die er sich zu seinem mickrigen Taschengeld hinzuverdient, sind auch nicht zu verachten, kann er sie doch in Kinobesuche investieren. Sein Lieblingsfilm ist damals übrigens „Das Land des Lächelns“ mit Richard Tauber. Seine Leistungen am Gymnasium allerdings verbessern sich durch die neue Nebentätigkeit nicht gerade, zumal er oft tagelang mit dem Rad unterwegs ist, während seine Mutter glaubt, er sei in der Schule. Natürlich hagelt des Abmahnungen und „blaue“ Briefe. In dieser Zeit ist längst Krieg, und für den Fall eines Fliegerangriffes stehen in den Schulen überall Wassertonnen und große Papiersäcke mit Sand herum. Eine prima Gelegenheit für den Gymnasiasten Peter Neumayer, eine mehrere Kilo schwere Papierbombe zu bauen, die, aus dem dritten Stock des Schulgebäudes geworfen, einen ahnungslosen Mitschüler treffen soll. Tut sie aber nicht. Stattdessen hört man das Gebrüll eines Mannes, und kurz darauf ist klar: Auweia, das Geschoss ist auf dem Kopf eines Lehrers zerplatzt! Natürlich wird Anton Neumayer tags darauf zum Direktor zitiert, natürlich ist die Strafe des Vaters fürchterlich. Peters Mutter sucht eine Möglichkeit, die Leiden ihres Sohnes zu beenden und findet sie zweihundert Kilometer entfernt von Wien, in einem angesehenen Internat in Znaim (damalige Tschechoslowakei). Weil viele Schüler ihr Notabitur gemacht haben oder von der Schule abgegangen sind, um Soldat zu werden, werden die verbliebenen Jungen 1942 kurzerhand auf das nächste Mädchengymnasium geschickt. Dort trifft Peter übrigens seine erste große Liebe, die hübsche Inge Schlosser, um die ihn so mancher Klassenkamerad beneidet.

Aber für Romantik bleibt nur wenig Zeit. Als Flaghelfer abgestellt, muss Peter die Schulbank für zwei Monate verlassen. Gegen Ende des Krieges macht er das Notabitur und wird kurz danach zum Arbeitsdienst nach Breslau befehligt. Um der Langeweile am Abend ein Schnippchen zu schlagen, aber auch, um sein Showtalent weiter zu erproben, organisiert Peter bunte Abende für seine Kameraden. Er setzt sich ans Klavier oder holt uralte Gags hervor, die er mit ein paar anderen auf der Bühne darstellt. Richtigen Klavierunterricht hat er nie genommen, Großvater Neumayer hat ihm ein paar Fingerläufe beigebracht, ein Schulfreund ihm ein paar Tricks gezeigt. Die Breslauer Abende sind für Peter ein hervorragendes Übungsfeld, und er spürt einmal mehr seine Bühnenpräsenz, seine umwerfende Wirkung auf das Publikum. Nun fasst er den Mut, auch zu singen und zu tanzen. Im Mai 1944 wird Peter Neumayer, der von jeher Uniformen hasst, in den Kriegsdienst berufen. Er meldet sich zur Marine: „Als guter Schwimmer rechnete ich mir im Katastrophenfall im Wasser mehr Chancen aus als auf dem Land.“ Aha. Aber vielleicht gibt es noch einen anderen Grund? Wenn schon Uniform, dann wenigstens schickes Blau? Schick geht es allerdings nicht zu, in der Schnellausbildung müssen die zukünftigen Soldaten Rettungskutter durchs Kopenhagener Hafenbecken rudern, bis die Handflächen bluten. Da ist die anschließende Ausbildung zum Funker angenehmer. Sie findet im ostfriesischen Aurich statt, wo Peter gleich wieder die Chance nutzt, seine bewährten bunten Abende zu veranstalten. Vermutlich hat sein Showtalent ihm das Leben gerettet, denn seine Vorgesetzten mögen auf ihn als abendlichen Alleinunterhalter nicht verzichten und zögern seinen Fronteinsatz immer wieder hinaus. Als er dann doch den Auftrag erhält, Ostfriesland mit der Panzerfaust zu verteidigen, rollen wenig später englische Panzer an und Peter hört den Satz: „The war is over.“ Der Krieg ist vorbei. Die Zeit der englischen Gefangenschaft, während der er durch diverse Lager in Norddeutschland geschleust wird, nutzt er, um seine Talente weiter mit Theaterspielen und musikalischen Improvisationen zu erproben. Um die Lagerzeit abzukürzen, investiert er 100 Zigaretten, die er bei einem Auftritt erworben hat, in ein Bett im Lazarett und spielt den Todkranken. Sein Plan geht auf, die Engländer setzen den lästigen Patienten auf die Straße.

Beide Eltern haben überlebt, wohnen sogar noch in der Sechsschimmelgasse 4. Peter weiß jetzt genau, was er will: Schauspieler werden. Aber aus Rücksicht auf den Vater, der krank und gebrochen aus dem Krieg zurückgekehrt ist, schreibt er sich im Sommer 1946 an der Wiener Universität für das Fach Medizin ein. Das ist es dann aber auch – den Vorlesungssaal hat er nie von innen gesehen. 1947 stirbt der Vater an den Folgen seiner Kriegsverletzungen. Da hat Peter sich schon beim berühmten Reinhardt-Seminar als Schauspielschüler beworben. Als er bei der Aufnahmeprüfung Ende 1946 die dramatische Rolle des Konsinsky aus Schillers „Räubern“ deklamiert („Jeden Mord, den du mich begehen heißt, will ich verantworten“), kann die Jury sich vor Lachen kaum halten. Peter Neumayer wird aufgenommen – als komisches Talent. Ernst Stankowski, der zum selben Jahrgang gehörte, sagt über den ehemaligen Schauspielschüler Neumayer: „Ein gut gelaunter, smarter Kerl, der eindeutig ins komische Fach tendiert hat und am ehesten durch seine fantastische Fertigkeit am Klavier aufgefallen ist.“ Bei der Abschlussprüfung am Reinhardt-Seminar entdeckt ihn der Direktor des Wiener Bürgertheaters und bietet ihm einen Fünfjahresvertrag an. Peter Alexander – so nennt der junge Schauspieler Neumayer sich nun – sagt sofort zu. Nachts, nach der Vorstellung, sitzt er in schummrigen Kellerlokalen am Klavier und macht sich schnell einen Namen als Jazzpianist, der schon mal mit Joe Zawinul (dem Begründer von Weather Report) oder Hans Koller eine Jamsession macht.

„Das machen nur die Beine der Dolores“
Als 1951 das Bürgertheater schließen muss, beginnt für Peter Alexander eine bittere Zeit, die tollen Engagements lassen auf sich warten. Nach einem Abstecher beim Kabarett, darunter dem berühmten „Simpl“, verschafft ihm ein Freund einen Termin bei der Plattenfirma „Austroton“. Peter Alexander darf vorsingen und bekommt sofort einen Vertrag. Der nützt allerdings mehr der Firma als dem Künstler; pro Aufnahme bekommt er gerade mal 2000 Schilling, umgerechnet nicht einmal 150 Euro. Dabei wird gleich sein erster Titel „Das machen nur die Beine von Dolores“, eingespielt am 27. September 1951, ein Riesenhit. Seinen zweiten Volltreffer, allerdings nur indirekt musikalischer Natur, landet er im Jahr darauf, als er im Wohnzimmer der Rundfunkproduzentin Liesl Steinkellner für das Programm „Das alte Lied“ des Wiener Senders „Rot-Weiß-Rot“ probt. Der Volltreffer heißt Hilde Hagen und ist von Beruf Schauspielerin und Chansonette. Als geborener und somit unverbesserlicher Perfektionist wiederholt Peter bei Frau Steinkellner jedes Detail wieder und wieder. Er ahnt nicht, dass im Zimmer nebenan eine junge Frau wartet, die er schon einmal gesehen hat. Es zwar 1949 auf einer Silvesterparty, und er saß gerade am Klavier. Als sie mit ihren Eltern den Raum betrat – schick, bildhübsch und sprühend vor Temperament – sah er nur noch sie. Zu gern hätte er mit ihr getanzt, aber leider waren seine Freunde immer schneller als er. Diese attraktive Frau also wartet schon „seit Stunden“, schaut immer öfter auf die Uhr und wird von Minute zu Minute ungeduldiger, dann von Sekunde zu Sekunde wütender. Bis es ihr reicht: „Zum Donnerwetter, diese Warterei ist ja entsetzlich, wer ist dann da eigentlich drin?“ – „Ein sehr begabter junger Sänger, er heißt Peter Alexander“, antwortet Frau Steinkellner. Das beeindruckt Hilde wenig: „Noch nie von dem gehört, er soll sich jedenfalls beeilen.“ Als Peter schließlich herauskommt, erkennt er sie sofort wieder, seine Traumfrau aus der Silvesternacht. Er ist so perplex, dass ihm – mit einem scheelen Blick auf ihr kostbares Armband – herausrutscht: „Womit verdient man sich hier in Wien solche Klunker?“ – „Mit Ihrem G’sangel bestimmt nicht“, kontert die schlagfertige Hilde und rauscht an ihm vorbei ins Probenzimmer. Ausgerechnet „Sei ein bisschen lieb zu mir, Peter“ stimmt sie dort an. Und weil der Peter genau das will, nämlich lieb zu ihr sein, bleibt er im Vorzimmer sitzen, um die widerborstige, aber entzückende Unbekannte anschließend zur Straßenbahn zu begleiten. Später schwärmt er: „Meine Liebe zu Hilde entwickelte sich mit Rekordgeschwindigkeit. Wie ein Steppenbrand. Damals kannte ich mich selbst nicht mehr“. Ein halbes Jahr nach dieser Begegnung, am 22. September 1952, ist der Trauungstermin beim Standesamt. Ausgerechnet an diesem Tag hat Peter Alexander noch eine Plattenaufnahme. „Braucht dein Herz keinen Freund zum Träumen?“ heißt der Titel. Mittlerweile wartet seine Braut im Wiener Rathaus und fragt sich, ob ihrem Bräutigam etwas zugestoßen ist. Als der Zukünftige Stunden später schließlich erscheint, schaut er drein wie ein begossener Pudel. Sein Perfektionismus war mal wieder stärker.

Hilde gibt schweren Herzens ihren Beruf auf, um von nun an als Managerin und Beraterin die Karriere ihres Mannes voranzutreiben. Sie macht es so gut, dass Peter Alexander in seiner gesamten Laufbahn nie einen anderen Manager hat. Warum auch, wo sie doch alle dafür notwendigen Eigenschaften besitzt: Geschäftssinn, zuverlässige Menschenkenntnis, Verhandlungsgeschick, ausdauernde Energie. In der Branche ist sie bald als knallharte Verhandlungspartnerin bekannt, die sich kein X für ein U vormachen lässt. Ihre Mitmenschen schätzen sie, weil sie die erforderliche Härte im Beruflichen hinter sich lassen kann, wenn sie sich privat mit Menschen trifft, denen sie dann große Herzlichkeit entgegenbringt. „Schnurrdiburr“ nennt Peter Alexander seine Hilde, ohne die er in der Schlangengrube, die sich Showgeschäft nennt, umgekommen wäre. Auf den Tingeltouren der ersten Anfangsjahre versprechen ihm die Veranstalter ein Heidengeld, um es sich am Ende in die eigene Tasche zu stecken. Bis Hilde der Kragen platzt. Fünf Minuten vor Beginn einer Veranstaltung in einer Gastwirtschaft in Klosterneuburg packt sie ihren Peter am Arm und zischt: „Ich sag dir, du trittst nicht auf – nicht, bevor ich Geld habe.“ Das funktioniert. Von da an geben die Veranstalter brav fünfzig Prozent der Tageseinnahmen ab. Peter Alexander sagt über seine Hilde: „Ihr verdanke ich alles. Ohne meine Frau wäre ich längst in der Irrenanstalt.“ Darum haben auch Peters zahlreiche Verehrerinnen nie eine echte Chance gehabt, auch nicht die, die sich den Frauenschwarm nur mal „ausleihen“ wollten.

Peter Alexander ist nicht das, was man einen Shootingstar nennt. Während er als Sänger bei bunten Abenden durch die Provinz gondelt, lässt der Erfolg auf sich warten. Bis er 1953 im Deutschen Theater in München an einem Schlagerwettbewerb teilnimmt und mit „La bella musica“ den ersten Platz belegt – vor Lys Assia („Oh mein Papa“) und Conny Froboess („Pack die Badehose ein“). Dieser Erfolg bringt ihm einen Plattenvertrag bei der Polydor ein. Von nun an schreiben der Texter Kurt Feltz und der Komponist Heinz Gietz dem viel versprechenden Nachwuchssänger die Titel auf den Leib.
Etwas früher als der Plattenindustrie fällt der Peter den Filmbossen auf. Bereits 1952 ist er in „Verlorene Melodie“ zu sehen, allerdings noch unter „ferner liefen“. Größer ist seine Rolle in dem Film „Verliebte Leute“ (1954), für den Regisseur Franz Antel ihn extra per Interpol an seinem Urlaubsort in Italien aufstöbern lässt, wo er mit Hilde gerade die Flitterwochen nachholt. Sein Durchbruch als Kinostar gelingt ihm 1955 mit „Liebe, Tanz und 1000 Schlager“ an der Seite von Caterina Valente. Die gemeinsame Liebesszene wird Peter Alexander nie vergessen: Caterina hatte sich zuvor in der Kantine ein Rindertartar mit ordentlich viel Zwiebeln gegönnt und roch beim Küssen ungefähr so erotisch wie eine Mettwurst. „Musikparade“ heißt der nächste Film, für den Géza von Cziffra ihn 1956 engagiert (zusammen mit Bibi Johns, Georg Thomalla, Ruth Stephan und Chariklia Baxevanos). Wie schon bei der Produktion davor, sträubt er sich zunächst, weil er wieder einen Liebhaber spielen soll; in dieser Rolle hat er sich immer ein bisschen unbehaglich gefühlt. Er ist bereits so etwas wie ein Star, denn auch der Film „Rosen aus dem Süden“, aber vor allem „Bonjour, Katrin“ (wieder mit Caterina Valente), kommen beim Publikum hervorragend an. Peter Alexander ist auf dem Weg, als netter Partner der Valente aufgebaut zu werden, und es ist wieder seine kluge Frau, die die Gefahr erkennt. Sie weiß, dass dann alle nur noch die Platten kaufen werden, auf denen beide gemeinsam singen, und sorgt dafür, dass ihr Mann einen anderen Kurs einschlägt.

1957 schreibt ihm Robert Stolz eigens das Lied „Verliebte muss man gar nicht erst in Stimmung bringen“ für seine Rolle in dem Stück „Kleiner Schwindel in Paris“ am Theater in der Josefstadt. Die Komödie läuft sieben Monate lange en suite. Auch musikalisch geht es bei Peter Alexander gut voran. Der Schlager „Kirschen in Nachbars Garten“, den er in dem gleichnamigen Film singt, wird ein riesiger Erfolg. Sein nächster Film mit Géza von Cziffra heißt „Das haut hin“, wo er Grethe Weiser und Gunter Philipp kennen lernt, mit dem er noch 14 weitere Film dreht. Die Dreharbeiten werden zu einer heiklen Angelegenheit für Peter Alexander, denn das Drehbuch sieht einen echten Löwen vor, mit dem er als Gitarre spielender Toni auf Tuchfühlung geht. In einer Szene soll er auf ihm reiten und dabei auch noch ganz entspannt das Lied „Das tu ich alles aus Liebe“ singen, in einer anderen neben der Bestie einschlafen. Als Peter Bedenken äußert, beruhigt der Produzent ihn: „Keine Sorge, Peter, wir machen das mit amerikanischen Trennscheiben. Die sind aus festem Glas, aber die kann man im Kino dann nicht sehen.“ Als der Tag des Drehs gekommen ist, heißt es: Sorry, das Schiff mit dem Trennglas ist gesunken. Es folgen vermutlich die sechs schaurigsten Drehtage in Peter Alexanders Laufbahn. Dabei erweist sich aber nicht der Löwe vom Zirkus Barlay (der bereits eine Dompteurin zerfleischt hat) als lebensgefährlich, sondern ein Seil, das zu reißen droht, während Peter aus einem Fenster hängt. Im selben Jahr dreht er „Liebe, Jazz und Übermut“, unter der Regie von Erik Ode, dem späteren Fernsehkommissar in fast 100 Folgen. Seine Partnerinnen sind wieder Bibi Johns und Grethe Weiser. Die darauf folgende Verfilmung seines wohl bekanntesten Titels „Die Beine der Dolores“ dreht er an der Seite von Ruth Stephan, die später an Krebs stirbt. Für die Dreharbeiten zu dem Film „Münchhausen in Afrika“ muss er nach Kenia und Tansania. Hier machen ihm nicht die Löwen zu schaffen, sondern andere nette Katzen: „In der Gegend um unser Hotel wimmelte es nur so von Leoparden.“ Aber in Afrika entdeckt er ein neues Hobby, das bis heute seine Leidenschaft ist: die Schmalfilmerei. Er gilt als begabter, technisch versierter „Kameramann“, repariert seine Kameras selbst, baut sie zusammen und rennt in einem Großteil seiner Freizeit mit einer Linse vor dem Auge herum. Den anderen Teil verbringt er übrigens gemeinsam mit seinem Freund Peter Quester an einsamen Gewässern, die Angel in der Hand – für ihn die beste Möglichkeit, sich von den Strapazen des Showbusiness zu erholen.

Im ereignisreichen Jahr 1957 – das Ehepaar Alexander wohnt mittlerweile in Wiens vornehmem 19. Bezirk – wird Hildes erste Schwangerschaft geplant. Bereits bei den Dreharbeiten zu „Wehe, wenn sie losgelassen“ (mit Bibi Johns und Ruth Stephan) fehlt Peters Frau des Öfteren am Set. Es ist alles exakt ausgerechnet: Wenn Peter mit dem Film „So ein Millionär hat’s schwer“ fertig ist, in der letzten Augustwoche 1958, würde das erste Kind zu Welt kommen. Die Dreharbeiten finden 1958 an der Côte d’Azur statt, in St. Tropez, Cannes, Nizza, und Peter spielt eine reichen amerikanischen Schrotthändler, der in zwei Liebesgeschichten verwickelt ist. Natürlich geht es nicht nur turbulent, sondern auch musikalisch zu; die Liedtexte stammen wieder von Kurt Feltz. Am 28. August soll der letzte Drehtag sein, Peters Flug ist gebucht, damit er bei der Ankunft des Babys bei Hilde im Krankenhaus sein kann. Mitten in einer Filmszene erhält er ein Telegramm: Er ist Vater einer Tochter geworden. Die Nachricht haut in um, er heult vor Glück. Das Mädchen bekommt den Namen Susanne. Sie ist wenige Monate alt, da dreht Peter Alexander seinen 20. Film: „Ich bin kein Casanova“ (1959, mit Gerlinde Locker, Maria Sebaldt, Oskar Sima). Komplikationen gibt es im Zusammenhang mit der nächsten Produktion „Peter schießt den Vogel ab“, wo er sich für seinen Kollegen Oskar Sima einsetzt, den Regisseur Arthur Brauner, ein Jude, nicht besetzen will, weil er Sima für einen Nazi hält. Peter Alexanders Gerechtigkeitssinn ist angestachelt, und so besorgt er sich aus den USA einen Brief, der bestätigt, dass Sima in der NS-Zeit Juden Unterschlupf geboten hat. Tief beschämt schickt Brauner daraufhin Sima sofort den Vertrag. Mit ihm dreht Peter Alexander auch den Film „Salem Aleikum“, in dem er einen Lehrer für Dolmetscher mimt, der sich als Drummer in einer Band ein Zubrot verdient und sich als Gangster verdächtig macht. Der Regisseur ist wieder Géza von Cziffra, und der verlangt dem Peter, ganz gegen dessen Naturell, einen Haufen Prügelszenen ab. Der sagt später: „Wenn ich heute an diese Zeit zurückdenke, muss ich den Hut vor mir selbst ziehen. Was war ich doch damals für ein bienenfleißiger Mensch.“

Den Lohn für ihre Mühen gönnen Hilde und Peter Alexander sich 1959. Er steht in Morcote, oberhalb des Luganer Sees (Tessin). Es ist ein Zehnzimmerhaus mit eigenem Wäldchen und einem Swimmingpool, „den auch Mark Spitz nicht zu klein finden würde“, wie der berühmte Sexualwissenschaftler Oswald Kolle, ein Freund der Familie, schreibt. Und der Autor Peter Grantz konstatiert: „Jetzt hatte der Krebs-Mann Peter Alexander endlich einen Ort gefunden, an dem er seiner Sammelleidenschaft frönen konnte.“ Mit dem Krebs ist Peters Sternzeichen gemeint, dessen Vertretern man nachsagt, besonders häuslich zu sein und sich gern mit schönen Dingen zu umgeben. Bei Peter Alexander sind es Renaissance und Barockmöbel, eine Luther-Bibel, gotische Zinnleuchter, eine ein Meter lange eiserne Kriegskasse aus dem 14. Jahrhundert, niederländische Malerei aus dem 17. Jahrhundert. Bald gelten Peter und Hilde Alexander als Experten, denen die Kunsthändler nichts mehr vormachen können. Überhaupt sind sie ein unschlagbares Gespann. Wenn er einen Junggesellen spielen soll, legt Peter seinen Ehering vorsichtig in sein Portemonnaie, das er in die Tasche steckt, damit beides nicht verloren geht. Einen unverheirateten Mann spielt er auch 1960 in „Ich zähle täglich meine Sorgen“ (mit Ingeborg Schöner und Gunter Philipp). Mit „Kriminaltango“ (Regie: Géza von Cziffra) reitet er kurz darauf auf der damaligen Krimiwelle. Im selben Jahr dreht er „Im weißen Rössl“, seinen wohl berühmtesten Film, mit Waltraud Haas in der Rolle der Wirtin. Als befrackter Kellner Leopold soll Peter auf Wasserskiern ein Tablett mit Kaffee und Kuchen balancieren. „Geht nicht“ sagt er, weil er noch nie auf solchen Dingern gestanden hat, und meistert die Sache dann mit erstaunlicher Geschicklichkeit. Einige amerikanische Touristinnen, die den sportlichen Kellner auf dem Wolfgangsee für echt halten, sind hellauf begeistert davon, was im österreichischen Service so alles möglich ist.

Kennen Sie noch die Graf-Bobby-Witze? Sie inspirieren Regisseur Géza von Cziffra zu dem Film „Die Abenteuer des Grafen Bobby“ (1961), in dem Peter Alexander all sein komödiantisches Können ausspielen kann, etwa, wenn er als seine eigene Tante in Frauenkleidern auftritt. Die Produktion hat einen so großen Erfolg, dass von Cziffra im Jahr darauf die Fortsetzung „Das süße Leben des Grafen Bobby“ dreht. In der Zwischenzeit hat Peter Alexander keineswegs auf der faulen Haut gelegen, sondern die Filme „Saison in Salzburg“ und „Die Fledermaus“ gedreht. Nebenbei gibt er Galas und tritt in Live-Shows auf, aber das Wichtigste sind ihm die Filme. Eine Doppelrolle spielt er 1963 in „Der Musterknabe“, einem seiner erfolgreichsten Streifen. Hier ist er (an der Seite von Cornelia Froboess, Gunther Philip und Theo Lingen) ein erfolgreicher Geschäftsmann, der das Abitur nachholen will. Unvergessen ist er auch in „Charleys Tante“, seiner nächsten Rolle in Frauenkleidern. Während er vor der Kamera steht, ist seine Hilde im neunten Monat schwanger. Im selben Jahr dreht er, den Film, der ihm am meisten am Herzen liegen wird: „Schwejks Flegeljahre“. Hier kann er einmal zurückhaltend bleiben und eine feine Verschmitztheit zeigen, die ihm in Verbindung mit dem böhmischen Dialekt hervorragend gelingt. Ein Anruf reißt ihn aus den Dreharbeiten: Seine Frau muss am Blinddarm operiert werden, es besteht Gefahr für das Leben von Mutter und Kind. Sohn Michael kommt gesund zur Welt, aber bei Hilde weiß man lange nicht, ob sie es schaffen wird. Doch Weihnachten ist die über den Berg und kann die Klinik verlassen. Um in Zukunft mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen, dreht Peter Alexander nur noch zwei Filme pro Jahr, und er weiß, dass er jetzt auf das neue Medium Fernsehen setzen muss. Aber seine Frau und Managerin will ihn in Hollywood und Las Vegas sehen und trifft sich heimlich mit dem US-Agenten Kurt Frings. Peter ahnt, dass sie etwas ausheckt, hält von diesen Plänen aber überhaupt nichts ( „Viele Menschen wären glücklicher, wenn sie ihre eigenen Möglichkeiten realistischer abschätzen könnten. Oft ist einfach falscher Ehrgeiz, der die Menschen unglücklich macht“). Erst als er in seinem Haus wegen akuter Gelbsucht zusammenbricht, merkt seine Hilde, dass er sich partout nicht verpflanzen lassen will: „Gell, Schnurrdiburr, jetzt brauch ich nicht mehr nach Amerika.“ Mitte der 60er Jahre zeigt sich, dass die Ära der Peter-Alexander-Filme ihrem Ende zugeht. 1966 dreht er „Das Liebeskarussell“ mit Anita Ekberg, bekannt für ihre enorme Oberweite und ihre Rolle in Fellinis Film „La dolce vita“. In einer Szene muss er das Sexsymbol ein paar Treppen hinauftragen und dabei „zusammenbrechen“, woraufhin sie ihn auf hochwuchten muss. Bei Peters 90 Kilo Lebendgewicht eine Aufgabe, die sie unter großem Ächzen, aber sehr tapfer bewältigt. Nach Peter Alexanders „Bel Ami 2000 oder Wie verführt man einen Playboy“ bricht 1968 die Epoche der turbulenten Pauker-Filme an. In zweien ist er dabei: „Die Lümmel von der ersten Bank“ und der Fortsetzung „Zum Teufel mit der Penne“, mit dem unvergessenen Theo Lingen als Schulrektor. Hier gibt es Schwierigkeiten bei den Liebeszenen mit Hannelore Elsner, weil er Angst hat, dass die Turtelei falsch aufgefasst werden könnten. Immer, wenn die verführerische Jungschauspielerin ihn küssen will, dreht er den Kopf weg. Als der Regisseur Hannelore tadelt, schimpft sie: „Ich will ja, aber er lässt mich nicht!“

Peter der Große
Peter Alexanders ganz große Zeit bricht an, als er eigentlich ans Aufhören denkt. Er geht auf das Angebot von Wolfgang Rademann (heute „Traumschiff“-Produzent) ein, die „Peter-Alexander-Show“ ins Leben zu rufen. Das ist 1969, eine Zeit, in der der Fernseher längst nicht mehr des Deutschen liebstes Kind ist. Und ausgerechnet da erreicht die Sendung eine Einschaltquote von 70 Prozent! Mindestens genauso erfolgreich ist seine Konzerttournee im selben Jahr, deren Karten sich allein über Mundpropaganda verkaufen und zum Beispiel in Hamburg innerhalb von fünf Tagen weg sind. Spätestens jetzt ist er „Peter der Große“. Er gewöhnt sich an, unerkannt ins Kino zu gehen, um herauszufinden, an welchen Stellen die Zuschauer am meisten lachen. Es sind die Verkleidungsszenen. Seitdem verzichtet er in keiner seiner Shows auf Kostümierungen, die bald fast skurrile Formen annehmen. 1971 bricht er einen weiteren Rekord, als innerhalb von 48 Stunden die Deutschlandhalle in Berlin (12 000 Plätze) ausverkauft ist. Reisebüros bieten nun sogar spezielle Flüge zu seinen Shows an. „Der Spiegel“ schreibt: „Kein Unterhaltungskünstler wird von den Bundesbürgern so geliebt.“ Peter Alexanders guter Ruf als Entertainer dringt auch über den Großen Teich. Als er 1975 in den USA Aufnahmen für seine Show macht, dreht er in den Originalkulissen der Sesamstraße, seine Duett-Partner sind Ernie und Bert, Bibo und das Krümelmonster. Ob seine Maskenbildnerin länger als üblich für ihre Arbeit gebraucht hat, ist nicht bekannt, jedenfalls dürfte er bei seiner Ankunft in New York keine besonders gesunde Gesichtsfarbe gehabt haben. Peter Alexander musste etwas tun, was er hasst, er musste fliegen („Mein Lampenfieber ist gar nichts gegen meine Flugangst“). Um seine Panik niederzukämpfen, bestellt er sich eine 0,35-Liter-Flasche Rotwein. Als über den Shetland-Inseln Rehkeule serviert wird, lehnt er ab: „Ich bleibe beim Rotwein.“ Als der Flieger um 16.15 in New York landet, hat Peter Alexander sieben Flaschen getrunken und nicht mehr ganz so schlechte Laune. Geduldig wartet er an der Passkontrolle, auf dem Kopf einen Tirolerhut. Am nächsten Tag traut er sich sogar in einen Hubschrauber, um zu schauen, wie Manhattan von oben aussieht. Auf der Fifth Avenue, New Yorks Prachtboulevard, läuft ihm Rose Kennedy über den Weg. Aber das ist nichts gegen die Nacht zuvor, als ihn eine Bombendetonation aus dem Schlaf riss. Da kann auch ein Ausflug in das sonnige Florida diesen einen Gedanken nicht vertreiben: „Wäre ich bloß schon wieder zu Hause!“

Vier Jahre nach diesem transatlantischen Abenteuer startet er seine neue Showreihe „Wir gratulieren“, in der er Jubiläen und Jubilare präsentiert. 1980 feiert er in dieser Sendung den 65. Geburtstag seines großen Vorbildes Frank Sinatra mit einem großen Musikblock in Englisch. Und seine Tourneen? Die müssen regelmäßig verlängert werden, und sein Plattenumsatz ist enorm. In den 80ern verkauft er pro Jahr allein 250 000 LPs, er wäre für jede Plattenfirma ein „Dukatenesel“, stellt der Journalist Reginald Rudorf fest. In einer umfangreichen Untersuchung von 1984, finanziert von 50 Markenherstellern, erweit Peter Alexander sich eindeutig als der werbeträchtigste Prominente – vor Joachim Fuchsberger, Dieter Kürten und Thomas Gottschalk. Peters größte Fangruppe sind Frauen zwischen 35 und 60 Jahren, unter ihnen viele, die ein einzigartiges Jagd- und Sammelfieber entwickeln. Dabei geht es nicht nur um Autogramme und Bilder, scharf sind die Verehrerinnen auch auf benutzte Servietten und Handtücher. Eine Familie in der Nähe von Saarbrücken richtet eigens ein Peter-Alexander-Zimmer ein. Zwölf Quadratmeter ist es groß, die Wände dicht an dicht mit Plakaten und Fotos dekoriert, alle Schallplatten liebevoll nebeneinander aufgereiht. 1986 waren die Leute bereits in 30 Peter-Alexander-Konzerte gewesen und hatten dafür insgesamt 21 000 Kilometer zurückgelegt. 3000 Mark (ca. 1.500 Euro) hatte die Fanfamilie bis dahin für Eintrittskarten ausgegeben, das erste Ticket (1. Rang, Block 1, Sitz 123) hängt hinter Glas. Auch ein selbst verfasstes Gedicht gibt es: „Wir reisen durch bekannte und fremde Nester, in Richtung Peter Alexander und Orchester“.
Viel Erfolg bedeutet oft auch viel Neid und Missgunst, und als sich herausstellt, dass auch Peter Alexanders Welt nicht ganz so heil ist, wie es scheint, stürzen sich die Zeitungen auf die heiße Nachricht. Am Sonnabend, dem 1. März 1986 ist es überall zu lesen: Tochter Susanne ist am Tag zuvor nach einem Diskobesuch in der Wohnung eines Freundes wegen Kokainkonsums festgenommen worden. Der sonst im privaten Leben eher zurückgezogene Peter Alexander stellt sich dem Problem und lässt es sich nicht nehmen, seine Susi selbst aus dem Gefängnis abzuholen. Und er stellt sich mutig den kritischen Fragen der Reporter: „Wir können mit unserer Tochter ja nicht jedes Mal in die Disko gehen.“ Hilde geht noch einen Schritt weiter: „Da müssen Sie in München die ganze Schickeria festnehmen.“ Danach rauscht der Blätterwald noch eine Weile, aber der Karriere Peter Alexanders schadet die Häme der Presse in keiner Weise.

Sie sind alle bei ihm gewesen, von Heinz Rühmann bis Lilli Palmer, von Tom Jones und Liza Minelli bis Montserrat Caballé, mit denen er im Duett singt. Seine Show sehen damals regelmäßig mehr Zuschauer als heute die Sendung „Wetten dass“. Und er ist bekannt dafür, dass er auf Tourneen den Konzertsaal nicht verlässt, bevor er dem letzten Fan ein Autogramm gegeben hat. Als 1987 in Wien der Veranstaltungkomplex Austria Center eröffnet wird, ist es Peter Alexander, der berühmte Sohn der Stadt, der die Gala moderiert. Sie wird in 36 Nationen ausgestrahlt. „Freizeitvergnügen“ heißt seine neue Show im November desselben Jahres, die mit Außenaufnahmen im Fantasialand in Brühl bei Köln und bei Hagenbeck, Hamburgs berühmtem Zoo, etwas ganz Besonderes bietet. Umjubelt wird er auch, als er 1989 in Wien als Gast in Harald Juhnkes Show „Willkommen im Club“ auftritt. Inzwischen sind die Tage der Berliner Mauer gezählt, und kaum ist sie durchbrochen, gastiert Peter Alexander bei den Fans im Osten. Daraus entsteht seine Show „Ein Herz für Berlin“. Er ist bereits 64 Jahre alt, als er wieder zu einer Mammut-Tournee durch Deutschland und Österreich startet. Und es lohnt sich: In über 70 Städten sind die Hallen ausverkauft. Zu seinem 65. Geburtstag im Jahre 1991 produziert der österreichische TV-Sender ORF mit ihm ein Special mit dem Titel „Das tu’ ich alles aus Liebe“. Von nun an zeigt er seine „Peter-Alexander-Show“ wieder in seiner Heimatstadt Wien, und auch jetzt kann das Publikum nicht genug von ihm bekommen, die Einschaltquoten erreichen noch immer Rekordhöhe. Er ist 70 Jahre alt, als ihm 1996 im Leipziger Gewandhaus sein zwölfter „Bambi“ überreicht wird. Anlässlich seines runden Geburtstages sendet der ORF den Rückblick „Was sind schon siebzig Jahre“. Es ist für Peter Alexander ein schöner Abschluss, den er nutzt, um zu verkünden, dass er nun so etwas wie einen „Ruhestand“ beginnen will. Gemeinsam mit seiner Frau genießt er sein Leben im Tessin, bis sie am 29. März 2003 stirbt. Fünfzig aufregende Jahren waren es mit Hilde. Wie sagte Peter Alexander einmal? – „Ihr verdanke ich alles.“

Gabriele von Kröcher

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