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858 897 C. Merridale u.a.

Iwans Krieg - Die Rote Armee
Wie lebten (und starben) die einfachen Soldaten der Roten Armee? Was war stalinistische 'Helden'-Propaganda, was brutale Realität? Dieser Band beleuchtet ein kaum beachtetes Kapitel des Zweiten Weltkriegs: das Schicksal der meist schlecht ausgerüsteten russischen Infanteristen, die oft in Selbstmordkommandos getrieben wurden - und von denen viele in deutschen Arbeits- und Kriegsgefangenenlagern umkamen.
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Daten
473 S., Tb. (Fischer)
Beschreibung Die Geschichte des Zweiten Weltkrieges in Russland ist bisher als Geschichte der Sowjet-Diktatur und ihrer Generäle erzählt worden. Über das Leben des gewöhnlichen russischen Soldaten, der selbst von den eigenen Leuten Iwan genannt wurde, ist wenig bekannt. Man weiß so gut wie nichts über die brutale Wirklichkeit seines alltäglichen Lebens, über seine Träume und sein Sterben. Die englische Historikerin Catherine Merridale hat Pionierarbeit geleistet: Sie stellt die einfachen russischen Infanteristen in den Mittelpunkt ihrer Forschung. Millionen von ihnen starben, wurden in Selbstmordkommandos in den sicheren Tod getrieben oder sie erfroren hinter Stacheldrahtzäunen von Kriegsgefangenenlagern. Merridale hat Briefe, Tagebücher und militärische Berichte studiert, hat in den Archiven von Stalins Geheimpolizei geforscht und außerdem mit Hunderten von Überlebenden gesprochen. Daher kann sie hinter die stalinistische Propaganda schauen, die Helden schmieden wollte und doch die Soldaten mit mangelhafter Ausrüstung gegen deutsche Panzer schickte. Man versteht nun, wie ihr Mut und Patriotismus, ihre Furcht und auch die Rachegefühle zustande kamen, mit denen sie Hitlers Armeen in blutigen und verlustreichen Kämpfen besiegten.
"Glänzend geschrieben, eine ergreifende Erzählung über das Leiden und Sterben im Zweiten Weltkrieg. Merridale hat ein Meisterwerk über ein besonders in Deutschland kaum beachtetes Kapitel des Zweiten Weltkrieges verfasst." (Prof. Dr. Jörg Baberowski, Humboldt-Universität zu Berlin)
 Autorenporträt Catherine Merridale arbeitete für ihre Dissertation über "Die Basis der Kommunistischen Partei in Moskau während Stalins Aufstieg in den 20er und 30er Jahren" an der Moskauer Staatsuniversität. Promotion 1987 in Cambridge. Anschließend Dozentin am King s College, Cambridge. Seit 1993 Professorin für Geschichte an der Universität von Bristol. Zahlreiche Beiträge über sowjetische und russische Geschichte und Politik sowie zwei Bücher: Moscow Politics and the Rise of Stalin und Perestroika: The Historical Perspective.
 Rezension "Ein beeindruckendes Buch. (...) Noch nie zuvor sind Leiden und Sterben der sowjetischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg so nah, so einfühlsam und zugleich ohne jede Beschönigung beschrieben worden. (...) Cathrine Merridale hat ein großes, bewegendes Buch geschrieben. Es setzt den einfachen russischen Soldaten ein Denkmal, und es demonstriert zugleich, was eine Militärgeschichte zu leisten vermag, die sich konsequent auf eine Perspektive'von unten'einlässt. In der Literatur zum Zweiten Weltkrieg wird das Werk künftig einen herausragenden Platz einnehmen." (Die Zeit)
"Catherine Merridales eindrucksvolle Studie über Rotarmisten im Zweiten Weltkrieg. (...) Selbst wenn längst nicht alles einschlägige Material ausgewertet werden konnte und durfte, führt der Band eindringlich vor Augen, was der Mythos des'Großen Vaterländischen Krieges'lange Zeit ausblendete, unterdrückte, verfälschte oder hinzuerfand." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
"Die Londoner Historikerin, die sich selbst als ausgesprochen'unmilitärische Frau'bezeichnet, hat ein großes Werk verfasst, das sich würdig einreiht in die vielen akribischen britischen Historien des Soldatentums, die seit einigen Jahrzehnten eine eigene Tradition neben der klassischen Militärhistorie bilden.(...) Und so hat auch Merridale Iwan ein Denkmal gesetzt, das von Empathie getragen ist, gerade weil es ihn nicht als kraftstrotzenden Helden der Sowjetunion zeigt, sondern als vielfach benutztes und ausgenutztes Opfer." (Die Welt)
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