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884 227 Jonathan Littell

Die Wohlgesinnten - Studienausgabe mit Marginalienband in 2 Bänden
"Ein Roman über den deutschen Vernichtungsfeldzug in Osteuropa aus der Sicht eines Täters. Es ist der zynische Jurist Dr. Max Aue, der als Mitglied des Sicherheitsdienstes und SS-Offizier unmittelbar an den schlimmsten Verbrechen des Nationalsozialismus beteiligt ist. ""Littell breitet das beeindruckende, vor allem aber verstörende, streckenweise pornografische Panorama eines Krieges aus, der in knapp sechs Jahres Osteuropa fast vollständig zerstörte."" Literaturtest. ""Kein anderer Roman polarisierte und provozierte in Deutschland so heftig wie das Buch des jüdischen Schriftstellers Jonathan Littell über den fiktiven SS-Mann Max Aue."" DER SPIEGEL. Der Marginalienband bietet Hintergrundinformationen zu dem Roman."
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Daten
Studienausgabe Zus. 1.485 Seiten, Format 17 x 22 cm, kartoniert im Schuber. (Berlin, 2009)
Kurzbeschreibung Der fiktive Lebensbericht eines hohen SS-Offiziers, ein Epos, das ein detailliertes Bild des Zweiten Weltkriegs und der Verfolgung und Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten zeichnet.
 Beschreibung 'Die Wohlgesinnten' wurden von der Kritik als ein neues Krieg und Frieden gefeiert: die fiktiven Lebenserinnerungen des SS-Obersturmführers Maximilian Aue, Jahrgang 1913, Sohn eines deutschen Vaters und einer französischen Mutter, promovierter Jurist, frühes NSDAP-Mitglied, in die SS eingetreten, um sich der Strafverfolgung nach Paragraph 175 zu entziehen, aber lebenslang seiner Zwillingsschwester inzestuös verbunden. Es sind die verstörenden Erinnerungen an die Schauplätze des Zweiten Weltkriegs und an das Grauen der Verfolgung und Vernichtung der Juden von Juni 1941 bis April 1945, an die Einsatzkommandos und Massenhinrichtungen in der Ukraine und im Kaukasus, an Babi Jar, den Kessel von Stalingrad, Auschwitz und Krakau, an Mittelbau Dora, das besetzte Paris oder das kriegszerstörte Berlin. Es sind die beklemmenden Erinnerungen an all die Begegnungen mit den Nazigrößen, an Himmler, in dessen persönlichen Stab Aue 1943 aufgenommen wird, an Abendessen mit Eichmann, an Heydrich, Höß oder Speer. Es ist ein erschreckend detailgenauer Roman über die nazistischen Verbrechen, konsequent erzählt aus der Perspektive eines Täters, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg in die sichere Existenz eines Fabrikdirektors in Frankreich gerettet hat."Es ist eines der eindrucksvollsten Bücher, die je über den Nazismus geschrieben wurden."
 Autorenporträt Jonathan Littell, 1967 in New York geboren, in Frankreich aufgewachsen, Studium in Yale (USA). Zwischen 1993 und 2001 arbeitete er für die humanitäre Organisation "Aktion gegen den Hunger" (ACF) in Bosnien und Afgha - nistan, im Kongo und in Tschetschenien. Littell lebt mit seiner Familie in Barcelona. Für seinen Roman Die Wohlgesinnten (dt. 2008) erhielt er 2006 den Grand Prix du Roman der Académie Française und den prestige - trächtigsten französischen Literaturpreis Prix Goncourt.
 Rezension "Hier soll von einem Roman die Rede sein, der heiße Debatten auslöst und den ich für nichts weniger als ein Meisterwerk halte: Jonathan Littells "Die Wohlgesinnten". Littell besitzt die mittlerweile selten gewordene Kühnheit, einen Romanhelden anzubieten, der wahrlich wenig zur Identifikation einlädt: Dr. Maximilian Aue, Jurist und SS-Offizier, ebenso gebildet wie gewalttätig, aber eben nicht skrupellos, umgetrieben von extremen sexuellen Lüsten, seit einer Inzestaffäre mit seiner Schwester schwul, der noch in der Lage ist, an der Ostfront zu philosophieren über "die Kluft, die absolute Unerhältnismäßigkeit zwischen der Leichtigkeit, mit der es sich tötet, und der unendlichen Schwierigkeit, mit der gestorben wird."Dieser mit fast 1400 Seiten unverschämt umfangreiche weil unverschämt komplexe Roman erzählt von einem Monstrum in einer monströsen Welt.Jonathan Littell hat für diese Figur mit einer Akribie recherchiert, wie sie, glaube ich, noch kein ausländischer Autor für einen deutschen Romanhelden an den Tag gelegt hat - die historischen Fakten von "Die Wohlgesinnten" sind unstrittig. Die Diskussion um dieses Buch hat dennoch wieder die Moralkeulen schwingenden Sittenwächter des Literaturbetriebs auf den Plan gerufen und läuft auf eine typisch deutsche Darf-der-das-Debatte hinaus. Darf man den Holocaust aus der Täterperspektive zeigen? Darf man die Ideologie, die Beweggründe und Motive der Nazis darstellen? Darf man das Leid der historischen Erfahrung als künstlerisches Spielmaterial benutzen?Ja, man darf. Wenn man es kann. Jonathan Littell kann. Er lässt seinen Helden einmal sagen: "Mir scheint, ich habe mich schon sehr früh begierig um die Liebe aller Menschen bemüht, die mir begegneten": Ein paradoxer Satz für einen Muttermörder. Es zählt zu den Zumutungen dieses zumutungsreichen Romans, daß wir Leser uns zu dieser Figur verhalten müssen. Wenn sie also einmal ein Buch zur Hand nehmen wollen, das sie nicht bloß in den ausgefahrenen Spuren des eigenen Denkens, der liebgewonnenen Urteile und Vorurteile bestätigt, einen Roman zudem von an Kafka oder Bret Easton Ellis erinnernder schwarzen Komik: der Komik einer unmenschlichen Bürokratie des Massenmords nämlich, einen Roman, der zu erschüttern und aufzuregen vermag, der sie an der Grenze ihrer Vorstellungskraft und darüber hinaus führt, dann empfehle ich Ihnen den Roman "Die Wohlgesinnten" von Jonathan Littell, der in der übrigens fabelhaften Übersetzung von Hainer Kober im Berlin Verlag erschienen ist."Druckfrisch - Neue Bücher mit Denis Scheck" vom 2. 3. 2008
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