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Gaza bis zum bitteren Ende, Shlomi Eldar

922 044    Shlomi Eldar


Gaza bis zum bitteren Ende


?Gaza ? bis zum bitteren Ende? ist ein spannendes Mosaik von Menschen, die die Geschichte von Gazaim Sommer 2005 erzählen, am Vorabend des Rückzuges der Israelis aus der Stadt und dem Streifen.Gaza der Hamas, Gaza voll Bewaffneter, Gaza, daszum größten Sicherheitsproblem Israel geworden ist. In der Zeitreise zwischen den Intifadas, zwischen Traum und Wirklichkeit, zeigt Eldar ein trauriges Bild von Versäumnissen und er fragt, wieso der Frieden versagt hat? Wieso die israelische Militärkonzeptionzur einzigen führenden Ideologie wurde?


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Das Buch ist voll gespickt mit brisanten Enthüllungen, angefangen mit dem ersten Konflikt zwischenYassir Arafat und den Führern der Intifada, die nach Tunesien gekommen sind und den Raïs am Vorabend seines Kommens nach Gaza bedroht haben, und aufhörend den Versuchen Israels den Nachfolger Arafats, Abu Mazen, politisch zu erledigen.

Shlomi Eldar, früher Reporter in Gaza und leitender Redakteur im Ersten (staatlichen) Kanal in Israel, ist heute Reporter in den besetzten Gebieten für den privaten Kanal 10 des israelischen Fernsehens.

Der israelische Filmemacher erzählt in seinem Film „Precious Life“ die Geschichte eines Kindes aus dem Gazastreifen, das dringend eine Knochenmarkspende braucht, und eine Geldspende von ca. 50.000,– US$, um die Operation zu finanzieren. Ausgerechnet der Vater eines ermordeten israelischen Soldaten stellt das Geld zur VerfügungIch klopfte an der Tür des Hauses von Ismail Hanije. Es war achtuhrdreißig am Morgen des 26. Januar 2006. Es herrschte eine ungewöhnliche Ruhe in der Umgebung des Hauses. In der Regel ist ein Flüchtlingslager an der Küste von Gaza (und deshalb der Name: Shati – Strand) mit unzähligen Menschen bevölkert und eng und seine Gassen voll mit Kinder und Erwachsenen, aber an diesem Tag sah alles anders aus. Die hunderttausend Bewohner, die sich auf weniger als 5000 Dunam (5 Hektar?) drängten, fühlten an diesem Morgen, dass sie Geschichte geschrieben hatten. Hier, am Strand des Mittelmeers, brach Sheikh Yassin sein Genick als er noch Kind war, hier ersann er die Idee seiner Bewegung, und hier jubelten in der vergangenen Nacht tausende Ismail Hanije – ein Bewohner des Lagers, der hier aufwuchs und erwachsen wurde – als er im Morgengrauen vom Wahllokal, wo die Stimmen gezählt wurden, zurückgekommen ist. Aufgeregt vom Erfolgt seiner Partei. Ich klopfte wieder an der Tür des Hauses des zukünftigen Ministerpräsidenten – diesmal drei hartnäckigere Klopfe.

In meinem Wagen, auf meiner Fahrt von Tel Aviv nach Gaza, hörte ich im Radio die ersten Berichte, die anzukommen begannen, als nach der Zählung der Stimmen die Überraschung klar wurde. Gestern, als die Wahllokale geschlossen wurden, verkündete man in allen Rundfunkstationen in absoluter Sicherheit, dass die Fatah die Mehrheit der Stimmen erhielten; Auch in der vorigen Nacht (wie während des ganzen Wahlkampfs) haben sich viele auf die Voraussagen des palästinensischen Berichterstatters Halil Shakaki. Sie gingen schlafen und erwachten zu den tatsächlichen Ergebnissen, in denen die Hamas eine absolute Mehrheit erlangt hatte. Kein Mensch hatte verstanden, dass die Voraussagen von Shakaki eine Stammesgesellschaft, die religiös ist und aus Familiensippen besteht, nicht analysieren können, zumal mit westlichen Werkzeugen.

In erregten und gerührten Stimmen versuchten die Radiokommentatoren und Analysten Antworten zu finden und zu erklären wo und wieso die großen Fachleute versagt haben und wieso sie nicht gesehen haben, was allen sahen – die Hamas könnte die Wahlen gewinnen., und sogar noch mit einer überwältigenden Mehrheit. Ich schaute mich um bei dem ruhigen Haus von Hanije und suchte nach Zeichen des Erwachens. Sein Wagen parkte in der provisorischen Garage und darunter konnte man einen großen Ölfleck sehen, der immer größer wurde wegen des Tropfens aus dem Motor des alten Wagens.

Der rostige Mitsubishi Lancer des zukünftigen Ministerpräsidenten, symbolisierte faktisch den Unterschied zwischen den Mitglieder seiner Partei und seinen Gegnern bei der Fatah, die in prächtigen Mercedes fuhren, die sie so liebten und mit denen sie so angeben konnten. Es gibt keinen Zweifel, dachte ich, der Wagen des neu Gewählten passte zum Haus, zur Gasse, zum Lager und zu Gaza allgemein.

Ich klopfte noch einmal, zum letzten Mal, zweimal schwächer als vorhin. Wenn jemand dennoch wach geblieben ist nach dieser dramatischen Nacht, wird er bestimmt den klopfenden Fremden hören. Wenn nicht, werde ich geduldig warten, da bald die Massen hierher kommen werden, wenn sie zu einem neuen Morgen erwachen.

Plötzlich hörte ich leichte Schritte. Die Tür wurde geöffnet.

Vor mir stand ein junger Mann mit triefenden Augen. Nach der Farbe seiner Augen wusste ich, dass es einer der Söhne der Gewählten ist. Alle Mitglieder der Familie Hanije haben einen deutlichen Erkennungszeichen: Die Farbe der Augen ist grün-blau. Einzigartig und überhaupt nicht typisch bei den Einwohnern des Ortes.

„Du bist Shlomo,“ stellte der Bursche entschieden fest, noch bevor ich mich vorgestellt hatte, und fragte sofort: „Erinnerst du dich an mich? Ich bin der Junge, der…“

„Aha, du bist der Junge, der zu mir gesagt hat, dass er Selbstmord begehen will, ein Shahid werden will, sich selbst in Israel in die Luft sprengen will,“ habe ich zu Ende gesprochen, was er nicht laut sagen wollte.

Er lächelte.

„Ja. Das bin ich.“

Auch ich lächelte.

„Nu, und du willst immer noch Shahid werden?“

Sein Lächeln verbreitete sich noch mehr.

„Nein, shu malech? (Was ist mit dir?) Wir sind erwachsen geworden. Wir sind klüger geworden.“

Er sprach im Plural. Und ich sah darin eine interessante Voraussage für die Situation, die sich im Eingang des Hauses des Hamas Aktivisten, der bald der palästinensische Ministerpräsident werden würde.

Der Junge, der nun ein Mann geworden ist stand nun vor mir im Eingang des Hauses, und in einem Lächeln, der dem Lächeln seines Vaters ähnlich war, sagte er: „Wir wurden älter, wir wurden klüger.“ Im Plural.

„Was ist uns seit damals passiert und wer wurde bei uns klüger,“ überlegte ich, sagte aber kein Wort. Es gibt keinen Zweifel, dass zumindest sein Vater, Ismail Hanije, erwachsener wurde und in wenigen Tagen oder Wochen zum Ministerpräsident seitens einer Partei werden wird, bei der kein Mensch geglaubt hat, dass sie eines Tages die Gründer des palästinensischen Nationalismus, die Fatah-Bewegung, schändlich verdrängen und beerben wird. Sicherlich nicht in so kurzer Zeit.

Ich wartete, dass der zukünftige Ministerpräsident endlich aufwacht. Ich warte darauf zu sehen, wie sich die Geschichte vor meinen eigenen Augen realisiert. Ich wollte versuchen herauszufinden, ob wir vor einem gnadenlosen, blutüberströmten Chaos stehen oder ob wir vielleicht von der neuen Realität überrascht werden. Hier hat nun die Hamas die Macht gewonnen, das Unrecht von Oslo wurde korrigiert. Mit der Zeit habe ich herausgefunden, dass ich naiv war. Ich wollte an einer unmöglichen Realität glauben.

Als Ismail Hanije aus dem Haus heraus trat, um die Hunderten, die sich um sein Haus versammelt haben, zu begrüßen, hat er mich entdeckt.

„Wo kommst du her?“ sagte er mir mit seinem bekannten Lächeln.

„Aus der Erde.“ Überlistete ich ihn.

„Einfach so überrascht du uns?“ fuhr er fort zu lächeln.

„Du weißt doch, dass wir Israelis es lieben euch zu überraschen.“ Erwiderte ich und ging über in ein Lachen.

„Du siehst ja wie es ist. Wir spielen alle dasselbe Spiel.“ Lachte auch er. Aber seine Begleiter flüsterten mir leise zu, das hat übertrieben. In solch delikaten Dingen ist Zynismus nicht angebracht.

Einige Minuten später haben mich seine Helfer ins Haus begleitet, während die Menschen draußen es schwer begreifen konnten, warum ausgerechnet ich ausgewählt wurde das erste Interview mit ihm zu machen, seitdem er gewählt wurde. Ausgerechnet ich als israelischer Journalist, ein Journalist aus einem Feindesland, während die gesamte ausländische Presse draußen blieb.

Aber ich wusste, dass ich nicht rein gelassen wurde wegen unserer Bekanntschaft und auch nicht wegen unserer „Freundschaft“. Hanije hatte eine Botschaft für das israelische Publikum: „Die Hamas-Partei wurde in demokratischen Wahlen gewählt, aber die Welt ist deshalb nicht untergegangen.“

Ich habe mich ihm gegenüber gesetzt. Er trug sowas wie einen religiösen Umhang aber noch mehr trug sein Gesicht ein neues Ausdruck, das ich vorher nicht bei ihm gesehen habe, den Gesichtsausdruck eines Führers.

Frage: „Wer sind Sie Ismail Hanije?“

Hanije: „Im Namen Allah des Gnädigen und Barmherzigen, Ismail Hanije ist ein palästinensischer Flüchtling aus dem Flüchtlingslager Shati, der wie all seine Volksgenossen nach Freiheit strebt, nach Rückkehr und Unabhängigkeit.“

Frage: „Wurdest Du hier geboren?“

Hanije: Ich wurde im Jahr 1963 geboren. Ich habe im Flüchtlingslager gelernt. Ich habe meine akademischen Studien beendet und arbeitete als Akademischer- und Verwaltungs-Direktor. Aber darüber hinaus ähnelt meine Lage der von allen Palästinensern. Wir alle verbringen uns Leben unter Besatzung. Ich wurde schon zweimal verhaftet. Ich wurde nach Mrage´A-Zuhur vertrieben und kehrte zurück.“

Frage: „Haben Sie je daran gedacht palästinensischer Ministerpräsident zu werden?“

Hanije: „Die Wahrheit, kein Mensch denkt an ein solches Amt und kein Mensch strebt danach.“

Frage: „Wurden Sie überrascht?“

Hanije: „Die Wahrheit, ich wusste, dass das palästinensische Volk ein hervorragendes Volk ist und zu der Hamas Vertrauen hat. Wir lagen im Wettbewerb mit unseren Brüdern von der Fatah, und die Wahlen gingen für uns blendend aus.“

Frage: „Was wird jetzt? Welche Regierung werdet ihr bilden?“

Hanije: „Wir sind an politischer Zusammenarbeit interessiert. Wir werden mit unserem Präsidenten Abu Mazen und mit unseren Brüdern bei der Fatah über politische Zusammenarbeit konferieren. Wir wollen keine Alleinmacht. Wir sind an Zusammenarbeit mit allen palästinensischen Parteien interessiert. Wir wollen Einheit.“

Frage: „Wie wird die Zusammenarbeit mit Israel aussehen? Ich meine das tagtägliche Leben: Grenzübergänge, Wirtschaft, Führung laufender Geschäfte und Koordinierung der Sicherheitsfragen.“

Hanije: „Es ist noch zu früh darüber zu sprechen. Noch haben wir keine Regierung gebildet. Aber eine Koordinierung in Sicherheitsfragen wird es nicht geben. Wir waren dagegen in der Vergangenheit und werden auch jetzt dagegen sein. Es hat uns geschwächt und nicht unseren Interessen gedient.“

Frage: „Und was wird mit dem bewaffneten Arm?“

Hanije: „Das hängt von der Besatzung ab.“

Frage: „Werden sie Teil der Autonomieregierung werden?“

Hanije: „Es ist zu früh darüber zu debattieren. Aber wir werden für die Interessen der Palästinenser arbeiten im Rahmen der neuen Ziele, die durch Ergebnisse der Wahlen zum Ausdruck kamen.“

Frage: „Wenn morgen die Fatah oder der islamische Djihad Kassamraketen auf Sderot schießen wird, was werdet ihr tun?“

Hanije: „ Der Widerstand ist solange legitim, solange es die Besatzung gibt. Aber der Widerstand wird durchgeführt werden mit Rücksicht auf die Interessen unseres Volkes.“

Frage: „Muss ich denn als Israeli weiter befürchten, dass man Raketen auf Sderot oder Askelon abfeuern wird?“

Hanije: „Ich meine, dass diese Frage von den Israelis abhängt. Damit das aufhört muss die israelische Aggression uns gegenüber aufhören. Der Ball ist nicht bei den Palästinensern. Das Problem ist nicht Hamas, Fatah oder islamischer Djihad. Das Problem ist die Besatzung. Die Besatzung muss die Rechte der Palästinenser anerkennen.“

Frage: „Wird die Hamas in Zukunft Israelanerkennen?“

Hanije: „Zuerst müssen sie die legitimen Rechte der Palästinenser anerkennen.“

Frage: „Haben Sie irgend eine Botschaft an die israelischen Zuschauer, die sich vor dem Sieg der Hamas fürchten? Für die Israelis ist Hamas nur eine Terroristenorganisation, die Busse mit Selbstmordattentäter in die Luft sprengt.“

Hanije: „Ich möchte betonen, dass wir die Juden nicht hassen, weil sie Juden sind. Unser Problem mit ihnen ist, dass sie unser Land erobert und unser Volk vertrieben haben. Wenn man Frieden haben will, Sicherheit und Stabilität in der Region – dann muss die Besatzung verschwinden und das palästinensische Volk muss seine Rechte wieder bekommen.“

Frage: „Verschwinden. Wohin? Rechte in den Grenzen von vor 1948, oder nur in der Westbank und in Gaza, also in den Grenzen von 1967?“

Hanije: „Das palästinensische Volk hat legitime Rechte und diese Rechte sind uns und allen Völkern bekannt. Aber wir haben schon einen Waffenstillstand angeboten. Israel hat unser Angebot abgelehnt.“

Frage: „Ich frage noch einmal: Werden sie Grenzen von 1967 euch zufrieden stellen?“

Hanije: „Und ich antworte noch einmal: Alle wissen was unsere legitimen Rechte sind. Und ich frage Sie: Ist Israel bereit die Besatzung zu beenden?“

Frage: „Kann es sein, dass in einem Jahr die Führer der Hamas, Ismail Hanije und Mahmud A-Zuhar, israelische Führer treffen und ihre Hände drücken werden: Ehud Olmert, Amir Peretz und vielleicht Netanjahu. Klingt es Ihnen logisch?“

Hanije: „Können Sie sich vorstellen, dass diese Menschen, die die Besatzung repräsentieren und Symbole für Grausamkeit gegen das palästinensische Volk sind, die morgens und abends sagen: ´wir erkennen nicht an`, ´wir sind nicht einverstanden`, ´nein, nein, und nein`…das kann ich mir schwer vorstellen. Wir wollen Freiheit, Gerechtigkeit, Unabhängigkeit und unsere Rechte.“

Frage: „Wird die Hamas Israel anerkennen?“

Hanije: „Israel soll erst einmal unsere Rechte anerkennen.“

Es vergingen aber nicht viele Tage und das Horrordrehbuch ist realisiert worden. Der Hamas ist es nicht gelungen über sich selber zu wachsen. Es gelang ihr nicht das zu verwirklichen, was sie ihren Wählern versprochen hat, „Änderung und Reformen“. Sie wurden mit einer überwältigenden Mehrheit gewählt, weil die Bewohner Gazas und der Westbank tatsächlich Änderungen und Reformen herbei gesehnt haben. Aber statt ihre Basis zu verstärken, die Bewohner der Westbank zu umarmen und besonders die Bürger Gaza´s, für die sozialen Belange der Armen zu sorgen, wie sie es in den Tagen von Sheikh Yassin so gut gekonnt haben, fingen sie an sich wie jede politische Partei zu benehmen, bei der die Sorge um die eigene Macht an erster Stelle war. Die Parte der Armen und der Massen handelte wie jede politische Partei, die an die Macht gekommen ist und ihre Versprechungen vergessen hat.

Die Machtkämpfe zwischen der bewaffneten Armen der Hamas haben sie in eine Einbahnstraße geführt: tödlich, zerstörerisch und für sie vernichtend, aber mehr noch für die Bewohner Gazas, die an ihren Parolen geglaubt haben. Der Weg hat den Bewohnern nicht nur nicht gut getan, sondern sie Jahre und Generationen zurück geworfen. In Tage der Finsternis und der Angst, der Entbehrungen und Hoffnungslosigkeit. Gaza - wie der Tod*. Hanjie wurde Ministerpräsident, aber in Wirklichkeit diktiert ihm der bewaffnete Arm der Hamas den Weg.

Hanije blieb ein Vorzeige Ministerpräsident, auf dem Papier, dessen Züge der bewaffnete Arm bestimmte und weiter bestimmt. Az A-Din Al Kassam und ihr Führer, der über die Machtzentren verfügt – Achmad Jabari.

Ismail Hanije sitzt in seinem Amt in Gaza aber Achmad Jabari bestimmt über die Tatsachen vor Ort, die die Züge des gewählten Ministerpräsidenten ohne Inhalt und Sinn zurücklassen.

Ein halbes Jahr nachdem er gewählt wurde, am 25. Juni 2006, wurde der israelische Soldat Gilad Shalit von drei bewaffneten Organisationen unter Führung des bewaffneten Arms der Hamas, entführt. Der dünne Seil auf dem Hanije geplant hat zu jonglieren, in dem bestehenden Dreieck, der allen aufgezwungen wurde, Israel, die palästinensische Autonomie und die Hamas, verwandelte sich in einen Seil, der mehr und mehr Gaza drückt und würgt.

Ein Jahr später, am 12. Juni 2007, führte der bewaffnete Arm der Hamas einen Militärputsch durch. Vertrieb mit Gewalt die Vertreter der Fatah aus Gaza und übernahm alle Institutionen der Macht. Die meisten Fatahführer flohen in die Westbank, gedemütigt und verärgert, dass sie jahrelang nicht verstanden haben mit wem sie es zu tun haben. Der demokratische Zug, der die Hamas zur Macht führte, wurde mit einem nicht demokratischen Zug vollendet, mit einem gewalttätigen Militärputsch, bei dem die Fatah-Kameraden, die „Waffenbrüder“ mit echter Munition bekämpft wurden.

Die Ziele, die Amtsinhaber im Sicherheitsapparat von Mohammed Dahlan, wurden systematisch angeschossen und ausgeschaltet. Andere wurden gedemütigt in den Straßen von Gaza vorgeführt mit den Händen über den Kopf, ein Zeichen der Unterwerfung.

Über Gaza wurde eine Wirtschaftsblockade verhängt und die Hamas fuhr fort mit dem massiven Beschuss israelischen Ortschaften mit Kassam-Raketen. Die Hamas, die ihren Weg während vieler Jahre klug gegangen ist und aus einer kleinen Bewegung zu einem ernstzunehmenden Partner in der breiten nationalen palästinensischen Bewegung, die Yassir Arafat gegründet hat, geworden ist, hat ihren gesellschaftlichen Weg verloren, den der Gründer Sheikh Achmed Yassin immer im Auge hatte. Der einzige Weg, den sie noch vor ihren Augen hatte, allen zu beweisen, dass sie besser als die PLO, klüger als die PLO, hat der Realität nicht stand gehalten.

Am 7. Dezember 2008 eröffnete Israel einen umfassenden Angriff auf Gaza, um den Beschuss durch Kassam-Raketen zu beenden. Die militärische Operation wurde „Gegossenes Blei“ genannt, weil sie am jüdischen Chanuka-Fest begonnen hatte. In Wirklichkeit war es aber ein richtiger Krieg in Blut getränkt. Ein Krieg, den Gaza noch niemals erlebt hat. Stark wie der Tod wurde ein verständlicher Begriff. Mehr als 1400 Menschen wurden getötet und mehr als 6000 verwundet, in einem Krieg, der drei Wochen gedauert hat, in der Luft, auf dem Land und auf dem Meer. Wieder hat Israel den Sack heftig gehauen. Aber diesmal haben nicht nur die Führer Israels mit den Schlägen übertrieben, die sie auf Gaza niedergelassen haben. Alle haben übertrieben in diesem Spiel mit dem Feuer, der Opfer auf palästinensischer und israelischer Seite gefordert hat. Am Ende der Schlacht, als der Waffenstillstand erklärt wurde, erklärten die Führer der Hamas in Gaza und Damaskus laut und ohne sich zu schämen: Wir haben die Juden besiegt!!! Wir haben unsere mutige und heldenhafte Standfestigkeit bewiesen.

Die Bewohner von Gaza blieben allein mit ihrem großen Dilemma: Was ist ihnen lieber, die korrupte Verwaltung der Fatah, die ihre Gelder gestohlen hat und auf ihre Kosten lebte? Oder die Torheit der Hamas, die bewusst ihr Leben und ihre Lebensqualität geopfert hat. Und dieses Dilemma setzt sich fort und fort auch heute noch. Gaza, 2011, ist tatsächlich wie der Tod.

Shlomi Eldar, Februar 2011

„Gaza – wie der Tod“ ist der Hebräische Titel des Buches. Es ist ein Wortspiel, denn das hebräische Wort für Gaza bedeutet auch stark.



Daten
Melzer 400 Seiten Brosch.




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