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Der Mensch, die Orchidee und der Oktopus, J. Cousteau u.a.
Der Mensch, die Orchidee und der Oktopus, J. Cousteau u.a.


933 220    J. Cousteau u.a.


Der Mensch, die Orchidee und der Oktopus


Cousteau war einer der größten Forscher des vergangenen Jahrhunderts. Kompromißlos und mutig setzte er sich für den Schutz der Meere und der Umwelt ein. Dieses Buch ist sein persönliches und umweltpolitisches Vermächtnis.


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Daten
(R) 371 S., 15 x 22 cm, geb. (Campus)

Kurzbeschreibung
Das Vermächtnis des großen Meeresforschers
Eine ganze Generation von Fernsehzuschauern ist mit Jacques Cousteaus Fernsehserie "Geheimnisse des Meeres" aufgewachsen. In den letzten Jahren seines Lebens schrieb der Meeresforscher sein persönliches und umweltpolitisches Vermächtnis. Nun wird es endlich! erscheinen.

Beschreibung
Noch einmal nimmt Cousteau uns mit auf Expeditionen mit der "Calypso" und auf Tauchgänge in unbekannte Tiefen.Wir erleben mit ihm gefährliche Situationen unter Wasser die nichts gelten angesichts der Faszination, welche die Schönheit der Natur auf Cousteau ausübt. Doch sein Buch ist auch ein umweltpolitisches Plädoyer: Er kämpfte gegen die Versenkung von Atommüll im Mittelmeer und erreichte, dass die Antarktis zu einer Schutzzone erklärt wurde. Noch Mitte der neunziger Jahre kritisierte er Präsident Chirac für die Atomtests im Südpazifik. Cousteaus Buch ist eine wunderbare Feier des bedrohten Lebens auf der Erde und ein eindringlicher Aufruf zu dessen Rettung, ob im Wasser oder an Land, ob Mensch, Oktopus oder Orchidee.

Autorenporträt
Susan Schiefelbein ist Journalistin, Buch- und Fernsehautorin.

Inhaltsverzeichnis
Inhalt
Vorwort von Bill McKibben
Einleitung von Susan Schiefelbein
1Forscherdrang
2Persönliches Risiko
3Öffentliches Risiko
4Unersetzliches Wasser, unersetzliche Luft
5Die heiligen Schriften und die Umwelt
6Saccage
7Catch as Catch Can
8Wissenschaft und menschliche Werte
9Der heiße Frieden: Nuklearwaffen und Kernenergie
10 Leben in einer Milliarde Jahren
11
Das Wunder des Lebens: Der Mensch, die Orchidee und der Oktopus
Was geschehen ist, seit dieses Buch geschrieben wurde
Ausgewählte Literatur

Leseprobe
Das Bild eines Mannes, der so damit beschäftigt war, verschiedene Arten von Korallen zu untersuchen, dass er einem wilden Raubtier keinerlei Beachtung schenkte, stimmte mich nachdenklich. Hatte uns der Forscherdrang zu Verrückten gemacht? Doch wie extrem auch die Beispiele unbeirrbarer Entschlossenheit sein mochten, die wir selbst abgaben, so waren sie doch nichts im Vergleich zu David Lewis, der die Pole umrundet hat. Wir kreuzten mit der Calypso vor der Nord-westspitze der Antarktis im Südpolarmeer und suchten eine sichere Zuflucht vor den rauesten Gewässern der Welt in der Gegend um die Hope Bay. Um vier Uhr morgens weckte mich ein dröhnendes Ge-räusch. Ich sprang aus meiner Koje und lugte durch ein Bullauge. Eine fremde, fast völlig zerstörte kleine Yacht mit gebrochenem Mast schaukelte im eisigen Wasser und stieß gegen den Rumpf unseres Schiffes. Ich riskierte einen Gang nach draußen. Zu meinem Erstau-nen tauchte aus dem Wrack eine äußerst absonderliche Gestalt auf, die einer alten Abenteuergeschichte entsprungen zu sein schien. Ihr Bart war verfilzt und tropfte, ihr Haar hing bis auf die Schultern herab. Ich spähte durch die Dunkelheit und holte tief Luft. Der Mann war in schlechter Verfassung. Seine Hände waren angeschwollen. Seine Fingernägel waren schwarz. Er konnte sich kaum noch auf den Beinen halten, und nur mit Mühe gelang es ihm zu sprechen. Wir vertäuten sein Wrack an der Calypso und halfen ihm an Bord. Auf mich gestützt stolperte er in die Messe. Dort setzte ich ihn bequem an den Tisch und stellte ein warmes Essen vor ihn hin. Alle Schiffe in der Gegend - auch die Calypso - waren alarmiert worden, nach einem einzelnen Seefahrer Ausschau zu halten, der seit zwei Monaten vermisst wurde. Ich schickte ein Fax an die NASA und teilte ihnen mit, wir hätten den Mann an Bord. In seinem kleinen Boot mit Namen Ice Bird war Dr. Lewis von Australien aus gestartet. Nach 2?500 Meilen waren sein Schiff gekentert und der Mast aus Aluminium gebrochen. Aus einem kurzen Ersatzbaum hatte er einen provisorischen Mast gebastelt und acht Wochen lang in dem eiskalten Meerwasser überlebt - in dersel-ben nassen Kleidung und mit Schuhen voller Eiswasser. Sobald er sich ein wenig aufgewärmt hatte, bot ich ihm an, via Satellit eine handgeschriebene Botschaft zu übermitteln, die er seinen beiden zehn und elf Jahre alten Töchtern schicken wollte. Nachdem er den Mäd-chen versichert hatte, dass es ihm gutgehe und dass er sie liebe, schrieb Dr. Lewis - der gerade einem grauenhaften Martyrium inmitten tobender Wellen und wogender Eisberge lebend entkommen war - über seine Pläne: "Also, das Boot ist ein bisschen kaputt, aber ich komme schon klar." Er reparierte die Ice Bird und brach zum Kap der Guten Hoffnung auf.
Oft schüttele ich noch den Kopf über Dr. Lewis' Entschlossenheit, weiterzusegeln. Gleichzeitig habe ich nie die Fassungslosigkeit der Leute gegenüber meiner eigenen Leidenschaft verstanden, immer tiefer zu tauchen. Die Widrigkeiten, denen wir seit unseren Anfängen begegnet waren - die Krämpfe, die das Atmen von reinem Sauerstoff in mehr als elf Meter Tiefe verursacht; die Gefahr von Embolien und Haiangriffen; der Tod meines Tauchpartners Maurice Fargues, der in über 130 Meter Tiefe an einer Stickstoffnarkose starb - sie behinder-ten und betrübten uns zwar, bezwangen uns jedoch nicht. Kein Tri-umph, eine neue Tiefe erreicht zu haben, brachte die Sirenenstimmen aus noch tieferen Tiefen jemals zum Schweigen.
Und so nutzte ich im Jahre 1953 die Gelegenheit. Während ich als technischer Berater an einer Testreihe beteiligt war, die die französi-sche Marine mit ihrem FNRS-3, dem "Tiefboot", durchführte, tauchte ich in ein Reich hinab, das dem Aqualungentaucher verschlossen war. Als ich in das Bathyscaph kletterte, zeigte dessen Kommandant, Kor-vettenkapitän Georges S. Houot, auf die entfernten Gipfel des Mt. Coudon, der sich mit seiner Höhe von mehr als 700 Metern majestä-tisch über dem Hafen von Toulo




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