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736 864 Michael Maar

Das Blaubartzimmer - Thomas Mann und die Schuld
Unvorbereitet ins Exil getrieben, musste Thomas Mann in München in einem Koffer seine Tagebücher zurücklassen, die sich danach für lange und quälende Zeit in den Händen der Nazis befanden.. Ihr Inhalt ist unbekannt, und doch scheint evident, dass in ihnen eminente Geheimnisse verborgen waren. Michael Maar, einer der profundesten Mann-Kenner unserer Tage, gelangt, indem er in erster Linie das Werk auf eine sich bald abzeichnende, bisher immer übersehene Spur hin untersucht, zu einer beklemmenden Vermutung, die Thomas Mann in neuem Licht zeigt.
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Daten
132 Seiten, Format 12 x 20 cm, Leinen. (Suhrkamp)
Beschreibung Unerwartet ins Exil getrieben, hatte Thomas Mann 1933 in München seine Tagebücher zurückgelassen, die sich für lange und quälende Wochen in den Händen der Nazis befanden. Wie seine Kinder überliefern, war er diese Zeit über in einem Zustand, der an Verzweiflung grenzte. "Meine Befürchtungen gelten jetzt in erster Linie u. fast ausschließlich diesem Anschlage gegen die Geheimnisse meines Lebens. Sie sind schwer und tief. Furchtbares, ja Tötliches kann geschehen." Hatte er Angst, seine homoerotischen Neigungen könnten gegen ihn ausgespielt werden, oder umfaßten die Geheimnisse mehr? Ist am Ende das Schuldgefühl, das sein Leben grundiert, ein Gefühl "keineswegs nur hypochondrischer Art", wie er es von Dostojewski sagt? Michael Maar liest das Werk Thomas Manns noch einmal ganz von vorn. Die Spur, die er dabei entdeckt, setzt mit der frühen Erzählung Tobias Mindernickel ein und endet erst mit Thomas Manns Tod. Nach Maars philologischer Untersuchung liegt Thomas Manns Lebenswerk in neuem, beklemmendem Licht.
 Autorenporträt Michael Maar, geboren 1960 in Stuttgart, lebt in Berlin. Für seine Dissertation über den Zauberberg Auszeichnung 1995 mit dem Merck-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (der er seit 2002 angehört) und 2000 mit dem Lessing-Förderpreis für Kritik. 2002 war er Gastprofessor an der Universität Stanford. Buchveröffentlichungen.
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